Eine wichtige hausärztliche Angelegenheit

Mikroalbuminurie-Screening und Prävention von Chronischer Nierenerkrankung / Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Jeder Zehnte ist von einer chronischen Nierenerkrankung betroffen.1 Zusätzlich gilt diese Erkrankung als Risikofaktor für weitere Erkrankungen wie cardiovaskuläre Erkankungen und Apoplexie. Mikroalbuminurie, d. h. das Vorhandensein von geringen, aber trotzdem abormalen Mengen an Albumin im Urin, ist der erste Risikomarker für eine chronische Nierenerkrankung/Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Erkrankung kann früh genug erkannt werden, so dass eine Therapie noch wirksam ist. Dies macht die Diagnose zu einer wichtigen Angelegenheit in der Praxis des engagierten Hausarztes. Die Erkennung der Mikroalbuminurie nutzt sowohl dem Einzelnen als auch der Solidargemeinschaft. Da die Anzahl der Diabetiker zunimmt und die Dialysekosten ständig steigen, können durch ein frühzeitiges Screening und eine nachfolgende adäquate Behandlung Menschenleben gerettet und Kosten eingespart werden.

Frühzeitige Erkennung

Mikroalbuminurie, eine Erkrankung, bei der geringe, aber trotzdem abnormale Mengen an Albumin im Urin ausge-schieden werden, wird zunehmend als früher Risikomarker für chronische Nierenerkrankungen betrachtet. Zahlreiche Studien an Diabetikern belegen, dass eine erhöhter Urin-Albuminspiegel ein drastisch erhöhtes Risiko der Entwicklung einer diabetischen Nephropathie mit sich bringt.2 Eine Mikroalbuminurie kann allerdings mehr als nur ein Hinweis auf eine renale Dysfunktion sein, und das auch bei einer viel größeren Zahl von Betroffenen. Die Erkrankung kann auch generelle vaskuläre Schäden signalisieren - nicht nur bei Diabetikern, sondern auch bei Menschen mit Hypertonie und bei der gesamten Bevölkerung.3 Dies macht macht den Parameter zu einem wichtigen Risikomarker für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle, sowie für Nierenfunktionsstörungen. Vor diesem Hintergrund ist ein Screening auf Mikroalbuminurie eine wichtige und dringende Maßnahme.

Screening und Prävention
Durch frühzeitige Diagnosemöglichkeiten ermöglicht das Mikroalbuminurie-Screening eine Therapie, bei der eine chronische Nierenerkrankung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verlangsamt oder sogar verhindert werden können. Therapien zur Blutdrucksenkung, die auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System wirken, können beispielsweise die Ausscheidung von Albumin im Urin verringern5, wodurch gleichzeitig das Risiko für Nieren, Herz und Gefäßsystem zurück geht.6 Durch diese Verbindung erlangt der Mikroalbuminurie-Test einen berechtigten Platz neben den häufiger angewandten Blutdruck- und Cholesterinspiegelmessung. Selbst bei Risikopatienten wird dieses kostengünstige Verfahren nur selten in der klinischen Praxis angewendet.8 Aus diesem Grund hat die Internationale Gesellschaft für Nephrologie (ISN) einen besonderen Fokus auf folgende drei Risikogruppen gelegt:

  • Menschen mit Diabetes
  • Menschen mit Hypertonie
  • Menschen über 50 Jahre mit einer familiären Veranlagung für Diabetes und/oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Hausärztliche Praxis in der Schlüsselrolle

Je früher eine Mikroalbuminurie erkannt wird, desto größer ist die Chance, das Fortschreiten der chronischen Nephropatie und der Herz-Kreislauf-Erkrankung zu verhindern. Da Mikroalbuminurie keine spezifischen Symptome hat, liegt die Erkennung von Risikopatienten in der Verantwortung des Hausarztes.9 Glücklicherweise ist das Mikroalbuminurie-Screening in der hausärztlichen Praxis aufgrund der Verfügbarkeit von messgenauen Point-of-Care-Tests einfach und bequem. Durch Hausärzte können die Risikopatienten erreicht werden, auf die die ISN besonderen Fokus legt. Menschen mit Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck werden meist in der hausärztlichen Praxis behandelt. Risikopatienten werden jährlichen Vorsorgeuntersuchungen unterzogen, insbesondere, wenn wie über 50 Jahre sind. Personen dieser Risikogruppen suchen auch den Hausarzt auf, um medizinischen Rat einzuholen oder für allgemeine Untersuchungen.

Nähe und Vertrautheit
Die Vertrautheit mit dem Hausarzt bietet zahlreiche Vorteile - und dies besonders im Hinblick auf das Mikroalbuminurie-Screening und die nachfolgende Prävention der chronischen Nierenerkrankung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Da die Patienten immer wieder die Praxis besuchen, ist der Hausarzt bestens darüber informiert, welcher seiner Patienten entsprechend getestet werden sollte. Der Hausarzt hat nicht nur Zugriff auf die Krankenakten, sondern hat auch durch seine oft langjährige Erfahrung mit dem Patienten die Information, ob ein Patient z.B. Raucher oder adipös ist oder einer anderen Risikogruppe angehört. Wenn dieses Wissen im Rahmen eines proaktiven Screenings eingesetzt wird, ermöglicht dies die frühzeitige Erkennung und Behandlung des Patienten, um so die Lebensqualität zu verbessern. Werden die Patienten allerdings erst nach dem Auftreten von Symptomen getestet, sind die verfügbaren Behandlungsoptionen eingeschränkt. Muss der Patient bereits an einen Nephrologen oder Herzspezialisten überwiesen werden, liegt bereits eine gravierende Schädigung vor.

Eine zuverlässige Therapie

Auch wenn die Nachricht von der Diagnose einer Mikroalbuminurie beunruhigend sein wird, so ist sie doch verständlicher und nachhaltiger, wenn Sie vom Hausarzt selbst überbracht wird. Eine gute Patientenbeziehung ist wichtig zur Ermutigung. Ein offenes Ohr zu zeigen kann dem Patienten dabei behilflich sein sich sicher zu fühlen, wenn die ersten Warnzeichen einer chronischen Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten. Eine gute Kommunikation mit dem Patienten bietet die Möglichkeit deren Verhalten und Ernährungsgewohnheiten zu verändern und ermöglicht die Einleitung einer proaktiven Therapie. Da Patienten oft ein natürliches Vertrauen in die Meinung ihres Arztes haben, ist dieser in einer optimalen Position, um solche Veränderungen herbeizuführen.

Therapieplan
Zieht man die Krankengeschichte und Lebensgewohnheiten des Patienten mit in Betracht, kann in Zusamnennarbeit mit dem Patienten ein Therapieplan mit größtmöglichen Erfolgsaussichten erstellt werden. Sobald der Therapieplan
festgelegt ist, bietet regelmäßiger hausärztlicher Kontakt eine effektive Begleitung und Nachsorge.10 Unten dargestellt finden Sie ein Flussdiagramm zum Management von Mikroalbuminurie. Die Inhalte erstrecken sich vom regelmäßigen Screening bis zur Uberweisung des Patienten zu einem Nephrologen. Durch ein effektives Management hilft der Hausarzt den letzte gravierenden Schritt möglicherweise zu verzögern oder zu verhindern.

Kosten bei Passivität

In der hausärztlichen Praxis gleichen die Vorteile eines POC-Tests auf Mikroalburninure die etwas höheren Testkosten wieder aus. Point-of-Care Tests vereinfachen die Administration und minimieren die Anzahl der Rückanrufe. Mit der Therapie kann sofort begonnen werden. Da Diabetes weltweit zunehmend ist und
auch jüngere Menschen betroffen sind11, entwickeln viele Menschen enstzunehmende Spätschäden. Es ist zu erwarten, dass sich die Anzahl an Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (TNI) im nächsten Jahrzehnt verdoppeln wird. Für das weltweit bereits stark belastete Gesundheitssystem ist dies eine schwer zu schulternde Last. Schon heute machen die Kosten für die Behandlung von Diabetes, Niereninsuffizienz und Herzinsuffizienz 80 % des weltweiten Gesundheitsbudgets aus.12 Würden bei Diabetikern, Hypertonikern und gegebenenfalls auch bei der Gesamtbevölkerung proaktive Mikroalbuminurie-Screenings durchgeführt, könnte ein drastische Kostendämpfung bei Pflege und auch eine Leidenslinderung der Patienten erzielt werden.
Laborqualität von HemoCue®
Das Mikroalbuminurie-Screening in der hausärztlichen Praxis ist Dank der Systeme für moderne POC-Tests, z.B. dem HemoCue® Albumin 201 System, einfach und effizient. Das HemoCue® Albumin 201 System bietet schnelle, quantitative Screening-Ergebnisse und dies mit einer Genauigkeit, die dem aktuellen Stand der Technik von Laboranalysegeräten entspricht.13,14

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Literaturhinweise:
1) Management of chronic kidney disease in primary health care: position paper of the European Forum for Primary Care. Rosenberg M, Kalda R, Kasiulevicius V, Lember M; European Forum for Primary Care. Qual Prim Care. 2008;16(4):279-94.

2) Responding to the challenge of diabetic nephropathy: the historic evolution of detection,
prevention and management. Vora JP, Ibrahim HA, Bakris GL J Hum Hypertens.
2000 Oct-NOV1; 4(10-1 1):667-85.

3) Microalbuminuria is common, also in a nondiabetic, nonhypertensive population, and an
independent indicator of cardiovascular risk factors and cardiovascular morbidity. Hillege
HL, Janssen WM, Bak AA, Diercks GF, Grobbee DE, Crijns HJ, Van Gilst WH, De
Zeeuw D, De Jong PE; Prevend Study Group. J Intern Med. 2001 Jun;249(6):519-26.

4) Proteinuria: an underappreciated risk factor in cardiovascular disease. Segura J, Campo C,
Ruilope LM. Curr Cardiol Rep. 2002 Nov;4(6):458 -62.

5) Diabetic Nephropathy : Diagnosis, Prevention, and Treatment. Gross JL, . de Azevedo MJ,
Silveiro SP, Canani LH, Caramori ML, Zelmanovitz T. Diabetes Care 28: 164-1 76, 2005.

6) Albuminuria and cardiovascular risk in hypertensive patients with left ventricular
hypertrophy: the LIFE study. Ibsen H, Wachtel1 K, Olsen MH, Borch-Johnsen K,
Lindholm LH, Mogensen CM, Dahllöf B. Kidney International. Vol66, Supplement 92
(2004):S56-S58.

7) Albuminuria not only a cardiovascular/renal risk marker, but also a target for treatment?
De Zeeuw D. Kidney International. Vol66, Supplement 92(2004): 52-56.

8) Microalbuminuria: Marker of Kidney and Cardiovascular Disease. George L Bakris.
ISBN 978- 1-85873-420-0.

9) Albuminuria - The Current Key to Early Intervention. Per Ake Zillen. Touch Briefings

10) How to Improve Renal Outcome in Diabetes and Hypertension T h e Importance of Early
Screening for and Treatment of Microalbuminuria. Dick de Zeeuw, Hiddo Lambers
Heerspink, Ron T Gansevoort and Stephan JL Bakker. Touch Briefings 2009: 13-1 5.

11) Diabetes and Kidney Disease Time to Act IDF and ISN 2003.

12) Hemocue urine albumin point-of-care test shows strong agreement with the results
obtained with a large nephelometer. Florvall G, Basu S, Helmersson J, Larsson A. Diabetes
Care. 2006 Feb;29(2):422-3.

13) A comparative evaluation of various methods for microalbuminuria screening. Sarafidis
PA, Riehle J, Bogojevic Z, Basta E, Chugh A, Bakris GL. Am J Nephrol. 2008;28(2):324-9.
Epub 2007 Nov 29.

14) Screening and monitoring for albuminuria: the performance of the HemoCue point-of-care
system. Lambers Heerspink HJ, Witte EC, Bakker SJ, de Jong PE, de Zeeuw D, Gansevoort
RT. Kidney Int. 2008 Aug;74(3):377-83. Epub 2008 May 14.

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